Foto: The Family Circle, Hamburg

FOR A MERRY MINDFUL CHRISTMAS

Zwei Bereiche unseres Lebens sind besonders relevant in dieser Weihnachtszeit: A) Was und wie wir genießen, und B) Wie wir entspannen können innerhalb der zahlreichen Feiern. 

A) Jeden Bissen genießen:

Plätzchen backen: eine der schönsten Traditionen, wie ich finde. Dabei schon gibt es die besten Bedingungen, Mindfulness zu üben. Mindfulness bedeutet schlicht und einfach: Wach zu sein für das, was gerade passiert, und nicht auf Autopilot zu operieren. Beim Teig machen, ausrollen, ausstechen, probieren also genau zu fühlen, gucken, riechen, schmecken, das ist die Aufgabe, und genau das wird euch ein ganz anderes Backerlebnis geben, als wenn ihr denkt: Ich mache diese Plätzchen seit 20 Jahren! Ich weiß, wie sie schmecken, wie sie riechen, und so weiter. Fühlt, wie es ist, DIESES Jahr, an DIESEM Ort, mit eurem Kind in DIESEM Alter Plätzchen zu machen. Macht es euch richtig nett, und erschafft so Augenblicke, die ihr und eure Kinder immer in eurem Herzen tragen könnt.

Dann, wenn die Plätzchen fertig sind: Nach dem Kosten ab in die Keksdosen damit. Und dann: Disziplin üben, nicht fast alle auf einmal zu essen. Energietiefs am Nachmittag, gerade im Winter, sind dafür prädestiniert, dass wir zu viele Kekse essen. Und uns dann leider nicht mehr so gut fühlen. Weißmehl und Alkohol sind ebenfalls reiner Zucker für den Körper.

Wie also könnt ihr die Weihnachtszeit nicht nur überstehen, sondern genießen, ohne euren Körper und Geist mit Zucker zu überladen - und so unweigerlich an Energie- und Stimmungstief, oder gar schlechtem Schlaf, schlechter Haut, und Kopfschmerzen zu leiden?

Hier kommen fünf konkrete Schritte, den Zucker im Zaum zu halten:

1. Konsequent Weizen durch helles Dinkelmehl ersetzen. Es schmeckt genauso gut. Manchmal muss man etwas mehr Butter nehmen, damit der Teig nicht zu trocken ist.
2. Für das Nachmittags-Energie-Tief Vorbereitungen treffen: Nüsse, Obststeller, und grüne Smoothies, aber pronto, zaubern - und erst danach 1-2-3 Plätzchen zum Genuss auf den Tisch stellen. Und dabei: Genießen…
3. Genug trinken und genug Proteine essen (siehe Nüsse aus Punkt 2): oft braucht der Körper genau das. Wenn er das bekommt, ist es leichter, nicht zu viel Zucker zu essen.
4. VOR dem Weihnachtsessen festlegen, wie viel Alkohol ihr trinken möchtet. Idealerweise ist das nicht mehr als ein Glas zum Essen. So haltet ihr auch hier die Zuckermenge in Grenzen. Immer ein Wasserglas neben dem Wein stehen haben. Das macht es einfacher.
5. Ganz wach sein. Das Backen genießen. Das Essen und Trinken genießen. Wenn wir nämlich wirklich wach sind für das, was wir gerade machen, wie es uns gerade geht, was wir gerade brauchen, dann sind wir nicht im Autopilotenmodus. Dann wird es nicht so leicht passieren, dass ihr mehr Plätzchen esst, als ihr eigentlich wolltet.

Dieses Wach sein könnt ihr üben, indem ihr euch jeden Tag 10 Minuten hinsetzt und einfach atmet. Das Sitzen und Atmen fühlen - das ist es schon. Das könnt ihr. Definitiv. Auch wenn Gedanken kommen wie: Das kann ich nicht! Zu viel im Kopf! Zu viel zu tun! Die Kinder!

B) Wählen, auch zu entspannen

Natürlich können wir uns nicht immer genau aussuchen, mit wem wir Weihnachten feiern, und manchmal gibt es Personen, die es einem gefühlt schwer machen sich zu entspannen. Manchmal kann es auch stressig sein, woanders hinfahren zu müssen.

Die folgenden drei Punkte können helfen, auf Kurs zu bleiben, und schöne Tage zu verbringen, ohne dass alles perfekt sein muss:

1) Sich die Frage zu stellen: Wie kann ich die Weihnachtstage positiv beeinflussen? Das heisst zum Beispiel: Kann ich mitreden, was gekocht wird? Können wir zusammen planen, und so einen guten Konsens finden? Wer möchte sich um was kümmern? Mit ein bisschen Planung im Voraus können Missverständnisse und Ärger über das, was andere entschieden haben, ganz vermieden werden.

 2) Erwartungen runterschrauben: An uns selbst, an die anderen, an die Weihnachtstage an sich. Es gibt die Perfektionisten unter uns, oder auch die „People pleaser“, also diejenigen, die es allen recht machen wollen. Auf manche von uns trifft auch beides zu. Auch hier bewusster zu werden: Was kann ich schaffen, was möchte ich abgeben? Was kann ich realistisch von mir erwarten? Und was erwarte ich insgeheim von anderen - und wie kann ich diese Erwartung auflösen? Diese Bewusstmachung ist nicht etwas, das wir einen Tag entscheiden können, und dann sind wir geheilt von allen Erwartungen an uns selbst und andere. Es ist eher etwas, das wir auch von Moment zu Moment neu etablieren können - und dabei üben können, Erwartungen außen vor zu lassen, und das anzunehmen, was gerade passiert. Das ist zwar nicht immer einfach. Es trägt aber definitiv zur Entspannung bei, da die Dinge anders laufen „dürfen“, als wir dachten.

 3) Die Sauerstoffmaske nicht vergessen, egal wo ihr seid! Denkt an die Aufforderung aus dem Flugverkehr: „Setzen Sie Ihre Sauerstoffmaske zuerst auf, bevor Sie Mitreisenden und Kindern helfen.“ Das bedeutet ganz einfach und konkret auch das weiter zu tun, wovon ihr wisst, dass es euch balanciert und gesund hält. Dann könnt ihr auch schwierigere oder anstrengendere Situationen besser überstehen. Und den Rest drumherum mehr genießen.
Einige Anhaltspunkte, die vielleicht auch für euch wichtig sein könnten sind:

• Genug Schlaf zu bekommen. Ja, das bedeutet manchmal, von einer Feier rechtzeitig zu gehen, auch wenn es gerade noch so nett ist. Wenn es in der Woche drei Feiern gibt, kann ich nicht auf jeder bis spät bleiben und dennoch früh aufstehen.
• Sport einzubauen.
• Frische Luft und/oder Zeit für euch selbst einzubauen: Während der Weihnachtstage zwischendurch mal 30 Minuten rausgehen, die Luft genießen, den Himmel angucken, den Körper fühlen, in Stille sein: Das kann Wunder wirken! Diese Zeit für euch selbst kann euch wieder frische Energie geben, den anderen danach wieder mit voller Aufmerksamkeit zuzuhören und für sie da zu sein.
• Balanciert zu essen und zu trinken: gut zu frühstücken wirkt zum Beispiel oft Wunder. Dann sind Kekse, Schokolade, oder Cracker zwischendurch nicht nötig. Ihr fühlt Euch balancierter, die Stimmung ist besser!

Bestimmt fallen euch weitere Punkte ein, die ganz speziell für euch wichtig sind. Vergesst sie nicht während der ganzen Weihnachtstage, sondern haltet sie hoch. Eure Sauerstoffmaske sorgt dafür, dass ihr dann für die anderen da sein könnt. Und vielleicht möchtet ihr auch 10 Minuten Sitzen und Atmen mit in eure Routine aufnehmen. Ich finde, das kann Wunder erbringen in dem, wie wir uns fühlen! Have a Merry Mindful Christmas!

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